Bildagenturen, auch Bildarchive genannt, gewinnen immer mehr an Aufmerksamkeit. Das erste kommerzielle Bildarchiv war das 1936 gegründete Bettmann-Archiv in New York.
Bildagenturen sind Unternehmen die Bildmaterial, wie Fotografien (auch kostenfreie stockfotos), Illustrationen und teilweise auch Filmmaterial (auch Footage) vermarkten. Den Großteil des Kundenstammes solcher Agenturen machen Redakteure von Print- und TV-Medien aus, aber auch Werbeagenturen zählen zu den Abnehmern.
Von den Bildagenturen gibt es verschiedenartige Geschäftsmodelle. Aber hauptsächlich kann man die Modelle in zwei Typen unterscheiden:
1. Die rein gewerblichen Bildarchive bzw. Fotoagenturen
Sie vermarkten, die von freien professionellen oder semiprofessionellen Fotografen zur Verfügung gestellten Materialien, gegen eine prozentuale Beteiligung von Bildnutzern. Dieses Geschäftsmodell ist unter den Bildagenturen weit verbreitet. Es ist sogar so, dass die Agenturen eigenes Fotomaterial mit angestellten oder freien Fotografen produzieren.
Diese Form des Geschäftsmodelles lässt sich in 3 Unterkategorien gliedern:
1.1 Universalagenturen
Jene Agenturen bieten aus allen Bereichen (wie zum Beispiel aus der Werbung, Redaktion, Kunst, und dem Unterhaltungsbereich) Bildmaterial zum Vermarkten an.
1.2 Pressebildagenturen
Sie beschränken sich auf das Material aus dem Pressebereich.
1.3 Spezialbildagenturen
Die Spezialagenturen vermarkten ausschließlich Bilder aus einem bestimmten Themenbereich (beispielsweise Essen und Trinken).
2. Die Fotografengenossenschaften
In diesen Genossenschaften schließen sich Fotografen zusammen, um bessere Kontrolle über das Material zu haben (Urheberrecht) und den Gewinn unter sich aufzuteilen. Aber auch hier gibt es natürlich die Arbeitshierarchie (Senior- und Juniorchef, sowie die Angestellten).
Die ganze Zeit ist davon die Rede, Lizenzen für ein bestimmtes Material zu bekommen. Doch wo ist der Unterschied zwischen lizenzfreien (im Englischen “royalty free” oder “RF”) und lizenzpflichtigen (auch “rights managed” oder “RM”) Bilder? Wichtige Frage, denn lizenzfreie bilder sind sehr sehr nützlich…
Von vorneherein muss man sagen, dass man Bildmaterial irrtümlicherweise als lizenzfrei bezeichnet. Bei dieser Art von der Materialbeschaffung ist es so, dass man einmalig eine Gebühr bezahlen muss; sprich man hat sich die Bilder lizensiert und darf sie nun beliebig oft und zeitlich unbegrenzt für alle verschiedenen Medien nutzen.
Bei lizenzpflichtigem Bildmaterial wird eine Nutzungs- und Lizenzgebühr erhoben, die sich je nach Art und Umfang der Verwendung definiert.
Jedoch sind bei “lizenzfreiem” und lizenzpflichtigem Bildmaterial sämtliche Rechte so geklärt, dass man die Bilder zu jedem Zweck – ins besonders in der Werbung – und in jedem Kontext verwenden kann.
Für den Bereich Werbung werden RM- und RF-Motive genutzt. Die Bilder aus dem RM-Bereich allerding sind, da diese von den Fotografen oft mit Blick auf aktuelle und zukünftige Trends produziert werden, exklusiver, hochwertiger und aktueller. Dadurch wiederrum bleibt es nicht aus, dass die Lizensgebühren für die RM-Bilder – bezogen auf die werbliche Nutzung – höher ausfallen als für das RF-Material. Auch im editorialen Bereich wird größtenteils RM-Material benutzt, da von nahezu allen Presseagenturen lizenzpflichtige Bilder angeboten werden. Allerdings verläuft der Trend dazu, die beiden Materialarten zu verknüpfen (auch “easy licensing” genannt).
Da wir in einen Zeitalter leben, welches kaum noch ohne Digitalisierung auskommt, haben sich Bildarchive dem Trend angeschlossen. Dies hatte zur Folge, dass sich die Rahmenbedingungen für die Bildagenturen veränderten. Die ersten Agenturen haben sich gegen Ende der 1980er in das Netz gewagt und während manche namenhafte Archive übernommen wurden, entstanden im Zuge dieser Digitalisierung auch neue Agenturen. Das Internet bietet einfach jedem, die Möglichkeit Bilder schnell abzurufen und sie für sich lizensieren zu lassen.